Siegmund Simon und Jacob Moser haben tiefe Spuren hinterlassen
Das Jüdische Museum in Rendsburg hat eine ganz besondere Besuchergruppe begrüßt: 12 Nachkommen der Rendsburger Familie Simon. Das Besondere an der Gruppe: die Gäste reisten aus den USA, aus England und Deutschland an, um sich im schönen Rendsburger Stadteil Neuwerk auf die Suche nach den Spuren ihres Vorfahrens Siegmund Aron Simon (1808 – 1872) zu begeben. Der lebte viele Jahre in der Löwenstraße 6, war mehr als drei Jahrzehnte Vorsteher der Jüdischen Gemeinde in Rendsburg.
Initiiert hatte das Treffen der in Großbritannien lebende Dr. Frederick Simon, der 2018 das Jüdische Museum in der Rendsburger Prinzessinstraße erstmals besuchte und bei dieser Gelegenheit auch auf die Wissenschaftlerin und ehemalige Museumsleiterin Dr. Frauke Dettmer traf. Bei dieser Gelegenheit nahm Dr. Simon wahr, dass im Jüdischen Museum einem weiteren Vorfahren seiner Familie im wahrsten Sinne ein Denkmal gesetzt wurde: dem Kappelner Textilkaufmann Jacob Moser. Moser (1839-1922) war ein Freund und Weggefährte Theodor Herzls - und ein zupackender Protagonist der zionistischen Idee. Von Beruf Kaufmann, blickte er über den "Tellerrand" seiner Profession hinaus und entwickelte ein von philanthropischen Neigungen getragenes, breit angelegtes gesellschaftliches Engagement.
Moser gründete und finanzierte nicht nur Großprojekte im Herzlschen Sinne im damaligen Palästina, auch in seiner Vaterstadt Kappeln an der Schlei und in seiner neuen Heimat, der Industriestadt Bradford in Nordengland, begründete er zahlreiche Stiftungen zugunsten der gesamten Bevölkerung. Mehrere seiner Ideen und wohltätigen Projekte wirken bis in die Gegenwart fort. Moser ist ein Sohn der gebürtigen Rendsburgerin Fanny Simon, Schwester von Siegmund Aron Simon.