Joachim Liß-Walther mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet
Der ehemalige Freundeskreisvorsitzende des Jüdischen Museums, Joachim Liß-Walther, hat vergangenen Samstag das Bundesverdienstkreuz erhalten. Überreicht wurde dem langjährigen Mitglied und Vorsitzenden der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit die Auszeichnung von Ministerpräsident Daniel Günther.
Seit über 30 Jahren engagiert sich der ehemalige Kieler Stadtpastor Joachim Liß-Walther für interreligiöse Zusammenarbeit. Unter anderem veranstaltete er über 12 Jahre lang Gedenkgottesdienste in der kieler Ansgarkirche, zuerst am 9. November um den Novemberpogromen zu gedenken, dann auch am 27. Januar, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Er gehörte zu den Ersten, die diesen Gedenktag direkt nach der Einführung im Jahr 1996 kirchlich aufgriff.
Zum Jahrtausendwechsel initiierte Joachim Liß-Walther die „Kieler Bürgerbibel“ mit 2000 Seiten, jede Seite handgeschrieben von Kieler Bürger*innen. Die Anordnung der ökumenischen Bibeltexte folgte der jüdischen Schriftordnung. Somit setzt dieses Projekt ein starkes Zeichen der interreligiösen Wertschätzung.
Dem Jüdischen Museum ist er seit 2017 als Vorsitzender des Freundeskreises Jüdisches Museum Rendsburg e.V verbunden sowie als Initiator vieler Konzerte jüdischer Komponist*innen, die er passend in biografischen und historischen Kontext setzt.
Mit seiner unermüdlichen Arbeit über Jahrzehnte hinweg hat sich Joachim Liß-Walther in herausragender Weise für die christlich-jüdische Verständigung, das gesellschaftliche Miteinander und die Erinnerungsarbeit in Rendsburg, Kiel, Schleswig-Holstein und darüber hinaus engagiert und damit bleibende Spuren hinterlassen.