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Gerettet, aber nicht befreit

28.02. - 29.11.2020

Überlebende der Shoah in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein im Frühsommer 1945. Der Krieg ist vorbei. Er hat tiefe Spuren im Land, in den Städten und in den Menschen hinterlassen. Nichts ist mehr, wie es vorher war. Das gilt besonders für eine kleine Zahl von Menschen, die von den Nationalsozialisten als Jüdinnen und Juden verfolgt worden waren. In Lagern, auf Todesmärschen und in Verstecken werden sie nach Jahren in Angst und Schrecken gerettet. Frei leben können sie aber noch lange nicht. Sie sind oft schwerkrank, leben weiterhin in Lagern oder unter ärmlichen Bedingungen. Niemand empfängt sie mit offenen Armen. Niemand fühlt sich für sie verantwortlich. Niemand interessiert sich für ihre Geschichten.

Sie alle hoffen auf einen Neuanfang, hoffen darauf ihre Freunde und Verwandte wiederzusehen und hoffen auf Gerechtigkeit. Doch diese Hoffnungen werden oftmals bitter enttäuscht. Daher kommt für die meisten Menschen ein Bleiben in Deutschland nicht infrage. Sie wollen so schnell wie möglich weg. Doch das ist gar nicht so leicht. Viele warten jahrelang auf eine Möglichkeit zur Auswanderung. 

Wer in Schleswig-Holstein bleibt, der muss kämpfen. Kämpfen um das tägliche Überleben, kämpfen um 'Wiedergutmachung', kämpfen gegen den überall offen zu Tage tretenden Alltagsantisemitismus und kämpfen mit den Nationalsozialisten, die während der Nachkriegszeit in Schleswig-Holstein überall freundlich wieder integriert werden.

75 Jahre nach Kriegsende erzählen wir aus der Perspektive der wenigen Überlebenden in Schleswig-Holstein erstmalig deren Geschichte(n). Hierfür haben wir über ein Jahr lang in verschiedenen Archiven in der gesamten Bundesrepublik und in privaten Sammlungen geforscht. Wir zeigen Bilder, Dokumente und Lebensgeschichten, die bislang völlig unbekannt waren und so in keinem Geschichtsbuch zu finden sind. Sie sind schwer zu glauben, empörend und ergreifend. Durch das Engagement und die Unterstützung vieler Menschen ist es uns gelungen, in eine Zeit voller Widersprüche, etwas Licht zu bringen.

Die nächsten Termine der Ausstellung

Mitglieder des Zentralkomitees der befreiten Juden der britischen Zone in Bergen-Belsen 1947
Highlight
Vernissage: Gerettet, aber nicht befreit
Sonderausstellung über Überlebende der Shoah in Schleswig-Holstein
Donnerstag 27.02.202019:00 Uhr
Jüdisches Museum
Anmeldung empfohlenAnmeldung empfohlen

Heute ist ein lebendiges jüdisches Leben in Schleswig-Holstein eine Selbstverständlichkeit. Doch vor 75 Jahren war das anders. 1945 kehren einige Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner, die als Juden verfolgt und verschleppt worden sind, hier her zurück. Ihr Leben ist gerettet, doch frei leben können sie lange nicht. Niemand empfängt sie mit offenen Armen. Erfahren Sie, wie die Verfolgten trotz vieler Hindernisse und Anfeindungen den Weg zurück ins Leben gefunden haben.

Wir freuen uns darauf an diesem Abend nicht nur mit Ihnen zurückzublicken, sondern auch 75 Jahre Frieden und Freiheit in Schleswig-Holstein zu feiern.

Begrüßung
Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim, Leitender Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf

Gespräch
Karin Prien, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schleswig-Holstein
Dr. Kirsten Baumann, Direktorin des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf
Moderation: Mirjam Gläser, Jüdisches Museum
Geschichte(n) einer Ausstellung
Jonas Kuhn M. A., Leiter des Jüdischen Museums

Musik
Julian Lebender, Singer & Songwriter, London und Hamburg

Nach der Eröffnung laden wir zu einer kleinen Erfrischung ein.

Besonders geeignet für:

Erwachsene, Jugendliche

Veranstalter

Landesmuseen SH

Anmeldung empfohlen, begrenzte Teilnehmerzahl

+49 (0) 4331 440 430, service@landesmuseen.sh oder online

Kosten

Eintritt frei

Gefördert von...

Landesmuseen Schleswig-Holstein
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