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Die „Exodus-Affäre“

Schleswig-Holstein und die Gründung Israels

01.01. - 03.06.2018

1947 brechen 4.500 Holocaust-Überlebende mit einem maroden Schiff - der Exodus - nach Palästina auf. Sie werden von den Briten abgefangen, zurück nach Deutschland gebracht und wochenlang in Lagern nahe Lübeck festgehalten. Die internationale Empörung darüber war groß und führte letztendlich zur Gründung Israels. 70 Jahre ist das her. Das Jüdische Museum zeigt in einer bundesweit einzigartigen Ausstellung historische Fotos – und erzählt die bewegenden Geschichten, die dahinter stehen. 

Die Sonderausstellung „Die Exodus-Affäre“ führt 70 Jahre zurück in die Zeit direkt nach Ende des Zweiten Weltkriegs: 4.500 jüdische Überlebende des Holocaust, die 1947 mit allen Mitteln versuchten, sich an Bord eines schrottreifen Schiffes nach Palästina durchzuschlagen, wurden von der britischen Armee auf hoher See abgefangen, zwangsweise nach Deutschland verschifft und über Wochen in der Nähe von Lübeck in Lagern hinter Stacheldraht interniert. Die internationale Empörung darüber war groß – und die Gründung eines jüdischen Staats rückte auf die Tagesordnung der Weltpolitik.
 
Von der einheimischen Bevölkerung Schleswig-Holsteins wurde damals allerdings kaum wahrgenommen, dass sich vor ihrer Haustür Ereignisse mit weltgeschichtlichen Konsequenzen abspielten. Am 8. September 1947 erreichten die britischen Deportationsschiffe den Hamburger Hafen. Noch am selben Tag wurden die jüdischen Exodus-Passagiere über den Bahnhof Kücknitz bei Lübeck weiter in die zwei Internierungslager Pöppendorf und Am Stau transportiert.

Ausstellung setzt auf zeitgenössische Fotografien, die berühren – und doch kritisch betrachtet werden müssen

Das Jüdische Museum reiht sich mit ihrer Sonderausstellung ein in das weltweite Gedenken an die Exodus-Affäre. Es ist die einzige Institution, die diesem Thema eine eigene neue Ausstellung widmet. Da die Exodus-Affäre später als Teil des Gründungsmythos des jüdischen Staates in das kollektive Gedächtnis Israels eingegangen ist, versteht sich die Ausstellung gleichzeitig auch als Beitrag der Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen zum 70. Gründungsjubiläum des Staates Israel im Jahr 2018.
 

Galerie
Foto mit Benjamin Gruszka - mit Ziehharmonika - und anderen Holocaust-Überlebenden auf dem Hof vor der Lübecker Synagoge (Aufnahme von 1946)
Benjamin Gruszka - mit Ziehharmonika - und anderen Holocaust-Überlebenden auf dem Hof vor der Lübecker Synagoge (Aufnahme von 1946)
Foto über eine Demonstration im Lager Pöppendorf für die Ausreise nach Palästina
Demonstration im Lager Pöppendorf für die Ausreise nach Palästina
Ofen aus der Nissenhütte
Zur Exodus-Affäre sind kaum authentische Objekte aus Schleswig-Holstein erhalten: Lediglich ein kleiner Ofen aus einer Nissenhütte des Lagers Pöppendorf veranschaulicht als Leihgabe des Bonner Hauses der Geschichte das Leben der Internierten.
Im Lager Lübeck Am Stau
Im Lager Lübeck Am Stau
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